
Kronen Zeitung
STADION-CAUSA TRÜBT
Prunkvoller Sturm-Abend mit bescheidener Aussicht
Fußballmeister Sturm lud am Montagabend in die Grazer Innenstadt zum Mitgliederabend. Viel Neues wurde den zahlreich gekommenen Schwarz-Weißen zwar nicht präsentiert, eine Sache sorgt aber ohnehin seit vielen Jahren für die größten Sorgenfalten beim größten Klub der Steiermark.
Nur einen Tag nach dem Ende des Grunddurchgangs lud Sturm am Montag seine Mitglieder – gesamt hält man etwa bei bereits 22.000 – zur Informationsveranstaltung in den Grazer Congress. Eine mutige Entscheidung, der Termin war ja schon lange im Vorfeld festgestanden.
Das 2:0 am Sonntag in Liebenau gegen Altach sorgte aber dafür, dass man im prunkvollen, mit an die 1000 Mitgliedern gefüllten Stefaniensaal, in durchwegs zufriedene Gesichter blickte. „Wir stellen uns unseren Mitgliedern, in jeder Situation“, so Präsident Christian Jauk, der einmal mehr auf den Wettbewerbsnachteil durch das der Stadt Graz gehörende Stadion verwies. Jauk: „Wir verlieren durch fehlende Vermarktungsrechte pro Saison sieben bis zehn Millionen Euro im Vergleich zur Konkurrenz!“
Auf Sicht befürchtet Jauk einen wirtschaftlichen Schaden im zweistelligen Millionenbereich. Vor allem deshalb, weil man bei Sturm von einem Beschluss in puncto Stadion-Umbau nicht mehr vor den Wahlen in Graz Ende Juni rechnet. Denn bis dato waren politisch lediglich ein paar Zahlen durch die Luft geschleudert worden. VIP-Klub für 1800 Menschen, 18 Skyboxen, Erweiterung der Fankurve auf 5500, Gesamtkapazität von 20.000 Fans. Allerdings alles bisher ohne konkret vorliegenden Plan.
40 Millionen weniger
Die finanziell goldenen Zeiten für Sturm sind jedenfalls vorbei, wie Wirtschaftsboss Thomas Tebbich vorrechnete. Wenngleich Sturm in dieser Saison weiterhin Top-Umsätze wie etwa im Merchandising (4,3 Millionen Euro) generiert. Tebbich: „Der Umsatz 2024/25 mit 92 Millionen setzte sich mit 30 Millionen aus der Champions League und 30 Millionen an Spielerverkäufen zusammen. Heuer prognostizieren wir einen Umsatz von 52 Millionen.“
Eine gute Nachricht hatte Vizepräsident Peter Schaller für Fans parat – falls Liebenau dann doch tatsächlich auch umgebaut werden sollte. „Ein Umbau könnte so vonstattengehen, dass wir unsere Heimspiele weiter in Graz durchführen könnten und nicht ausweichen müssten.“
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